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JAGDVEREIN UNTERTAUNUS e.V. (JVU)

Wildschwein - quo vadis?

Dipl.-Forstwirt Peter Linderoth referiert über eine „Problemart“

von Peter Schiendzielorz

Die Einladungen konnten erst kurz vor der Veranstaltung verschickt werden – umso erstaunlicher war der volle Saal im Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen über Aar: an die 100 Teilnehmer hatten sich eingefunden.

Der Referent, Dipl.-Forstwirt Peter Linderoth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg. Er begann seinen Vortrag mit der Vorstellung seiner Institution und einem kurzen Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung der planmäßigen Jagdausübung.

Interessant waren die statistischen Betrachtungen der regionalen und überregionalen Bestands- und Streckenentwicklungen in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren wie z. B. Klima und Nahrungsangebot. Aufschlussreich auch statistische Erhebungen über den Aufwand unterschiedlicher Jagdmethoden im Verhältnis zum erzielten Erfolg.

Das vielzitierte „Frischen zur Unzeit“ ist übrigens kein neues Phänomen, sondern mindestens seit 1924 bekannt – wenn auch heute stärker ausgeprägt.

Mit Tipps zur Vermeidung bzw. Verringerung von Wildschäden kam Linderoth zum Kernpunkt seines Vortrags. Dabei kristallisierte sich heraus:

  • Je kleiner die Reviere sind, desto schwieriger ist eine zielführende Bejagung! Das gilt insbesondere für getrennte Feld- und Waldreviere.
  • Erlege jeden Frischling, den du bekommen kannst! Auch und gerade die gestreiften – denn sie sind mit bis zu 80 % der Hauptnachwuchsträger.
  • Die Jägerei alleine kann die Wildschäden nicht in den Griff bekommen! Die Landwirtschaft ist gefordert, durch zielführende Maßnahmen ihren Beitrag zu leisten.

In der Diskussion kamen die Themen „Anti-Baby-Pille“, großflächiger Raps- und Maisanbau und natürlich die Kooperationsmöglichkeiten der Jägerei mit der Landwirtschaft zur Sprache.

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